BUNDjugend Baden-Württemberg - … und jetzt noch die Erde retten!

„Ich stu­die­re Um­welt­schutz­tech­nik“

„Aha… und was macht man da genau?“

(von Nils Hahn, Uschi an der Uni Stuttgart in kriZ 1/2010) Wie oft muss­te ich mich schon die­ser Frage stel­len? Zu­nächst ein­mal lau­tet meine Ant­wort: „Ei­gent­lich Alles“. Na­tür­lich hilft das nicht wei­ter. Aber die Aus­sa­ge trifft den Kern schon ganz gut. Nur we­ni­ge Stu­di­en­gän­ge bie­ten ein solch brei­tes Spek­trum an in­ter­dis­zi­pli­nä­ren Fä­chern wie der Stu­di­en­gang Um­welt­schutz­tech­nik. 9 von 10 Fa­kul­tä­ten der Uni­ver­si­tät stel­len ihr Know-how zur Ver­fü­gung und tra­gen damit zur Aus­bil­dung um­welt­ver­stän­di­ger In­ge­nieu­re bei. Der Fair­ness hal­ber sei gleich am An­fang mei­ner kur­zen Vor­stel­lung er­wähnt, dass ein Stu­di­en­gangs­schwer­punkt immer durch den hin­te­ren Teil des Na­mens ge­legt wird. In un­se­rem Fall ist dies die Tech­nik und be­deu­tet, dass man zu einem kom­plett funk­ti­ons­tüch­ti­gen In­ge­nieur aus­ge­bil­det wird – mit allem was dazu ge­hört. Fä­cher wie „Hö­he­re Ma­the­ma­tik“ und „Tech­ni­sche Me­cha­nik“ ge­hö­ren zur Grund­aus­bil­dung und las­sen er­ken­nen, dass der Um­welt­schutz­tech­ni­ker längst kein Kä­fer­zäh­ler mehr ist.

Wäh­rend Me­teo­ro­lo­gen im Radio die Wet­ter­vor­her­sa­ge ma­chen, Geo­lo­gen auf Stei­ne klop­fen bis Fos­si­li­en her­au­spur­zeln und Che­mi­ker La­bo­re in die Luft jagen, hat der Um­welt­schutz­tech­nik­stu­dent im Grund­stu­di­um die Mög­lich­keit in alle Be­rei­che der Na­tur­wis­sen­schaf­ten Ein­blick zu neh­men, um dann spä­ter im Haupt­stu­di­um seine Prä­fe­ren­zen zu ver­tie­fen und sein Pro­fil her­aus­zu­ar­bei­ten. Wer also Spaß an der Viel­falt der Na­tur­wis­sen­schaf­ten hat, sowie die Ba­sics der Tech­nik be­herr­schen möch­te ohne dabei den Bezug zur Um­welt zu ver­lie­ren, der wird sich bei uns Um­welt­schutz­tech­ni­kern (Uschis) wohl füh­len.

Wäh­rend die Grund­la­gen­fä­cher mit den an­de­ren tech­ni­schen Stu­di­en­gän­gen der Uni Stutt­gart weit­ge­hend de­ckungs­gleich sind (z.B. Ther­mo­dy­na­mik), gibt es in jedem Se­mes­ter auch spe­zi­ell um­welt­re­le­van­te Vor­le­sun­gen, wie Raum­ord­nung und Um­welt­pla­nung, Um­welt­po­li­tik, Um­welt­so­zio­lo­gie oder Um­welt­recht. Im 5. und 6. Se­mes­ter, dem so­ge­nann­ten Haupt­stu­di­um, kann man sich in vie­len ver­schie­de­nen Be­rei­chen ver­tie­fen, z.B. in den Rich­tun­gen Ver­fah­rens­tech­nik, Pla­nung, Sied­lungs­was­ser­bau, En­er­gie- oder Ab­fall­wirt­schaft. Somit sind auch die Ge­rüch­te wi­der­leg­bar, dass wir nur Bäume um­ar­men und Wale ret­ten. Na­tür­lich ist eine ge­sun­de Por­ti­on Idea­lis­mus auch bei uns nicht ver­kehrt, und ge­ra­de das Um­ar­men von Bäu­men wird als „Tra­di­ti­ons­port­art“ auf dem „Erst­se­mes­ter­ken­nen­lern­wo­chen­en­de“ ge­büh­rend ge­wür­digt.

Zu er­wäh­nen ist noch die Fach­schaft UMW! In Fach­schaf­ten or­ga­ni­sie­ren sich die Stu­die­ren­den eines Stu­di­en­gangs. „Fach­schaft“ ist aber auch ein­fach eine Be­zeich­nung für un­se­ren ge­müt­li­chen Auf­ent­halts­raum und des­sen In­sas­sen. Ein Kom­mi­li­to­ne hat ein­mal ge­sagt: Die Fach­schaft ist so in etwa das zwei­te Wohn­zim­mer eines Uschis. Bei die­sem Zu­sam­men­halt macht stu­die­ren Spaß und man fin­det immer Leute, die einem in di­ver­sen Si­tua­tio­nen wei­ter­hel­fen kön­nen.

Als Aus­blick ist es na­tür­lich noch in­ter­es­sant zu wis­sen, wo man spä­ter im Ar­beits­le­ben un­ter­kom­men wird. Mög­li­che Be­rufs­tä­tig­keits­fel­der sind in Um­welt­in­ge­nieur­bü­ros, Um­welt­schutz­ab­tei­lun­gen der In­dus­trie, Um­welt­ma­nage­ment und Um­welt­mo­ni­to­ring, sowie Um­welt­schutz­äm­tern. Wo genau man lan­den wird, ist schwer zu sagen. Aber ge­wiss ist: So­lan­ge es noch „Um­welt“ gibt, wer­den Um­welt­schutz­tech­ni­ker ge­fragt sein!