BUNDjugend Baden-Württemberg - … und jetzt noch die Erde retten!

Spannende Wege zum Naturerlebnis

Naturtagebuch-Landeswettbewerb Baden-Württemberg

Am 19. März 2016 wurden im Stuttgarter Museum am Löwentor bei einer feierlichen Preisverleihung die Siegerkinder des Naturtagebuch-Landeswettbewerbs 2015 der BUNDjugend Baden-Württemberg geehrt: Im Beisein von Ministerialdirigent Wolfgang Baur vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und Ursula Sladek, Umweltpreisträgerin und Mitbegründerin der Elektrizitätswerke Schönau, überreichte Reiner Baur, Geschäftsführer der BUNDjugend Baden-Württemberg, den Autor*innen der schönsten Naturtagebücher ihre Preise.

Gruppenbild Naturtagebuch 2016

„Der Naturtagebuch-Wettbewerb begeistert junge Menschen aus Baden-Württemberg dafür, sich intensiv und engagiert mit Natur und Naturschutz zu beschäftigen. Innerhalb nur eines Jahres haben knapp 700 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren ihre Naturtagebücher gestaltet – eine beeindruckende Leistung. Die Naturtagebücher eröffnen den Kindern und Lesern spannende Wege zum Naturerlebnis und ermöglichen neue Zugänge zu wertvollen Informationen rund um unsere Natur. Sie tragen außerdem dazu bei, Verantwortung für die Natur vor Ort zu übernehmen und die biologische Vielfalt zu schützen“, sagte Ministerialdirigent Wolfgang Baur in seinem Grußwort.

Ursula Sladek, die Trägerin des Deutschen Umweltpreises 2013, war beeindruckt von den preisgekrönten Naturtagebüchern: „Ihr seid zu richtigen Naturforscherinnen und Naturforschern geworden. Ihr habt sehr aufmerksam und mit Liebe zum Detail beobachtet und mit großer Geduld und Ausdauer dokumentiert. Ich denke, dass ihr dadurch die Natur noch mehr schätzen und schützen lernt.“

Die Biologin und „Gänsemutter“ Angelika Hofer, die seit vielen Jahren Schirmherrin des Projekts ist, konnte die Preise wegen einer Erkrankung leider nicht persönlich überreichen. Sie ließ die jungen Naturforscherinnen und -forscher und deren Eltern grüßen: „Beim Beobachten der Natur lernt man viel Wertvolles – auch über sich selbst. Die Art wie Kinder die Wunder der Natur entdecken, kann uns Erwachsene immer wieder das Staunen lehren.“

Im Jahr 2015 hatten knapp 700 Kinder aus Baden-Württemberg am 23. Naturtagebuch-Landeswettbewerb teilgenommen. In ihren Naturtagebüchern beschäftigten sie sich unter anderem mit Wildblumen, Bienen, Hirschkäfern, Wiesenstücken, Seen und Bäumen in ihrer Umgebung. Ein Mädchen ging der Frage nach, was mit einer toten Maus passiert – eine Frage, die in ihrem Umfeld nicht nur Begeisterung auslöste: „Ich hoffe, Sie finden mein Naturtagebuch interessant. Denn meine Oma und meine große Schwester finden es eklig. Später werde ich Forscherin“, so die junge Teilnehmerin.

Bei der Preisverleihung im Museum am Löwentor zeichnete die BUNDjugend über 70 Kinder als Gewinner erster Preise aus und ehrte sie für ihr Engagement mit Urkunden und Preisen. Bei den Einzelteilnehmer*innen belegten Tim Herdzina, Myriam Huber, Rebecca Huber, Janina Lex, Sven Maiwald, Joel Ratzesberger, Sophia Sladek, Ida Spanke, Maja Spanke und Maximilian Stähle jeweils einen ersten Platz. Erste Preise bei den Gruppen gingen an Laura und Johann Blersch, Julia und Nils Harf sowie die BUND Kindergruppe Maulbronn. Bei den Klassen belegten die Klasse 1a der Grundschule Weiler zum Stein aus Leutenbach und die Klasse 1b der Mörikeschule aus Leonberg jeweils einen ersten Platz. Im Anschluss an die Übergabe der Preise stärkten sich die Gewinnerkinder an einem Buffet mit süßen und herzhaften Köstlichkeiten, bevor sie bei einer Museumsführung einen spannenden Ausflug in die Urzeit machen durften. Sieben der Kinder sowie zwei Gruppen und eine Schulklasse waren nicht nur beim Landeswettbewerb erfolgreich, sondern erhielten zusätzlich Auszeichnungen auf Bundesebene.

Die Gäste der Preisverleihung hatten Gelegenheit, eine Auswahl an ausgezeichneten Naturtagebüchern ausgiebig zu bewundern, die während der Veranstaltung im Museum am Löwentor ausgestellt waren. Dabei konnten sie sich davon überzeugen, wie liebevoll gestaltet und mit welch großer Detailtreue die Tagebücher verfasst sind. „Es ist faszinierend, was die Kinder in der Natur alles entdecken und wie unglaublich schnell sie sich mit ihrem Beobachtungsobjekt identifizieren. Die durch die Naturtagebücher entstandene Verbundenheit mit der Natur bestärkt die Kinder darin, die Natur zu schützen. Es ist deshalb ein schöner Erfolg, dass wir in den 23 Jahren, die es das Naturtagebuch gibt, über 100.000 Kinder erreicht haben“, freute sich die Projektleiterin Ladi Oblak , die gemeinsam mit Leandra Barutzky, die ihr freiwilliges Ökologisches Jahr bei der BUNDjugend macht, die gelungene Preisverleihung organisiert und vorbereitet hatte.

Gerd Röder ist Redakteur des Manfred Mistkäfer Magazins