BUNDjugend Baden-Württemberg - … und jetzt noch die Erde retten!

Na dann: Prost! Viva Con Agua

Allgegenwärtig und überlebenswichtig, aber völlig unterschätzt: Wasser gilt mittlerweile als einer der wertvollsten Rohstoffe der Zukunft. Obwohl der ungehinderte Zugang zu Trinkwasser von den Vereinten Nationen seit zwei Jahren sogar als Menschenrecht anerkannt wird, haben 13 Prozent der Menschheit keinen Zugang zu sauberem Wasser. Fabian Heinze engagiert sich für die Wasserinitiative Viva con Agua. Für die kriZ intverviewte Antonia Bauer den 19-jährigen. Fabian erzählt, warum ohne Wasser nichts funktionieren würde und welches große Missverständnis in Deutschland noch immer über das Wassersparen herrscht.

Fabian, warum setzt du dich ausgerechnet für Wasser ein?
Viele wissen nicht, dass Wasser eine Grundvoraussetzung ist, um viele andere große Probleme anzugehen. Ohne Wasser funktioniert nichts. Gibt es zum Beispiel in einem Dorf keinen Brunnen, müssen Kinder weite Wege zum Wasserholen zurücklegen, statt zur Schule zu gehen. Wird der Boden nicht bewässert, kann keine Nahrung angepflanzt werden. Große Organisationen wie die World Food Programme können nur in Regionen arbeiten, die mit Wasser versorgt sind. Wasser ist also die Grundvoraussetzung zur Bekämpfung von Hunger und zur Förderung von Bildung.

Und weshalb bist du bei Viva con Agua gelandet?
Ich bin in Hamburg groß geworden und Fan des Fußballclubs St. Pauli, der Viva con Agua unterstützt. Die Spieler, Fans und Unterstützer von Viva con Agua wollen keine Moralapostel sein und sind mit Spaß dabei. Ich mache dort jetzt ein Praktikum und bin in ganz Deutschland unterwegs, wo ich Leute kennenlerne, die sich kreativ mit dem Thema Wasser auseinandersetzen. Mir gefällt, dass dort nicht nur Klischee-Weltverbesserer sind, sondern viele unterschiedliche Leute, die kleine Aktionen wie Konzerte oder Flashmobs veranstalten, um Spenden zu sammeln und aufzuklären.

Geht es denn bei Viva con Agua nur um Trinkwasser?
Nein, es reicht ja nicht, einfach irgendwo in Afrika einen Brunnen hinzustellen. Die Gemeinde dort muss zum Beispiel auch aufgeklärt werden und wissen, wie der Brunnen später instand gehalten werden kann. In anderen Ländern wie Indien geht es dann wiederum um die sanitäre Versorgung, die extrem wichtig ist, um Krankheiten zu vermeiden. Oder hier in Deutschland haben wir gerade einen Flashmob gemacht, um auf mangelhaften Umwelt- und Gewässerschutz von Seen und Flüssen aufmerksam zu machen.

Und was kann man im Alltag für den Wasserschutz tun? Den Wasserhahn öfter mal zulassen?
Nein, das ist immer noch ein Missverständnis! Wir haben hier in Deutschland keinen Wassermangel und man kann das Wasser ja nicht einfach hier sparen und dann nach Afrika transportieren. Im Gegenteil – mittlerweile weiß man, dass es den Wasserrohren schadet und damit eher umweltschädlich sein kann. Man sollte im Alltag eher auf seinen Konsum achten: Wenn ich ein Steak esse, sollte ich wissen, dass allein für die Produktion tausende Liter an Wasser verbraucht werden. Wir sollten uns lieber bewusst sein, dass Wasser eine Ressource ist, die in fast jedem Produkt steckt und darauf beim Einkaufen und Essen achten.

Antonia Bauer ist 28 und Journalistin aus Hamburg. Seit sie im St. Pauli Stadion das erste Mal Pfandbecher gesammelt hat, ist sie Feuer und Flamme für Viva con Agua.

VIVA CON AGUA
Viva con Agua ist eine international tätige Wasserinitiative mit Sitz in Hamburg, für die sich Menschen in ganz Deutschland engagieren. Die Idee dazu kam dem Ex-Fußballprofi Benjamin Adrion 2005, als er mit seinem Hamburger Verein FC St. Pauli im Trainingslager auf Kuba war und die mangelhafte Wasserversorgung der Menschen vor Ort erlebte. Er begann Spenden zu sammeln, arbeitete mit der Welthungerhilfe zusammen und konnte so in der Hauptstadt Havanna Schulen mit Trinkwasser versorgen. Zu den Wasserspendern auf Kuba sind heute längst sanitäre Anlagen in Äthiopien, Trinkwasseranlagen in Ecuador oder Brunnen in Kambodscha dazugekommen. Mit Benefizveranstaltungen, Konzerten, Spendenläufen und Aktionen sammelt Viva con Agua Spenden, mit denen die Welthungerhilfe Hilfsprojekte in Entwicklungsländern realisiert. Über 1,5 Millionen Euro Spenden hat die Initiative in den letzten Jahren gesammelt, und mehr als 3000 Menschen in ganz Deutschland haben sich angeschlossen, die in ihren Städten dafür sorgen, Wasser zum Thema zu machen. Willst du auch einer davon werden? Mach mit:
www.vivaconagua.org

Dieser Artikel stammt aus krIZ Nummer 6 – die gesamte Ausgabe findest du hier.