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Leihen? Schenken?!? Zum Glück keine Bank wie jede Andere – Die GLS-Bank

Ethik ist mehr als nur ein Modewort nach der Finanzkrise – sie kann auch die Basis eines nachhaltigen Wirtschaftens sein.

Ein Kredit in Höhe von 25.000 Euro für einen Kindergarten, ein Kredit in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro für den Erwerb eines ehemals besetzten Hauses, eine Schenkung in Höhe von 10.000 Euro für eine Behindertenbetreuungseinrichtung? Das ist keine Wunschliste, sondern die regelmäßig erscheinende Auflistung im „Bankspiegel“, der Zeitschrift der GLS Bank. Wie die Geldmittel der Gemeinschaftsbank verwendet werden, an wen und für was Geld verliehen oder auch verschenkt wird findet ihr hier.

Verglichen mit den skandalösen Geschäften der bekannten deutschen und internationalen Großbanken, die ihre Gelder in dubiose Investment-Fonds, Regenwaldabholzungsprojekte oder Rüstungskonzerne stecken, einer Bankenwelt, die von Rendite- und Zinsversprechen leben und das Ersparte von Rentnern verzocken, ist diese Transparenz und Offenheit doch überraschend. „Ist das die GLS Bank denn überhaupt eine seriöse Bank?“ fragt ihr euch vielleicht.

Die Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken – kurz GLS Bank – ist eine Genossenschaftsbank. Grundlage für das Kreditgeschäft der GLS Bank sind die Genossenschaftsanteile der Mitglieder, da sie wie jede andere Bank ein entsprechendes Eigenkapital benötigt, um Kredite vergeben zu können. Das besondere an der GLS Bank ist, dass sie im Gegensatz zu anderen Geldinstituten die Einlagen, also die Genossenschaftsanteile, nicht verzinst, sondern Erträge in die Entwicklung der Bank reinvestiert. Das Ziel der GLS Bank ist die Förderung der Mitglieder auf wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet. Dabei bietet sie ein breites Spektrum gängiger Bankdienstleistungen an, die vom Girokonto über den Sparbrief, Investmentfonds, Vermögensmanagement oder eben den Mikrokredit reichen.

Entstanden ist diese Bank in den 60er Jahren. Mit dem Aufbau des Instituts wollten der Rechtsanwalt Wilhelm Barkhoff und seine Mitstreiter gemeinsam für neue Lebens- und Wirtschaftsformen eintreten. Sechs Jahre später kam die Gemeinnützige Kredit-Garantiegenossenschaft eG hinzu. 1974 erfolgte dann die Gründung der GLS Bank mit dem Hauptsitz in Bochum. Die Bank legte den Schwerpunkt von Anfang an auf die Finanzierung von ökologischen, sozialen und kulturellen Projekten. Die Geschäftserweiterung der GLS Bank hing immer mit dem Zeitgeschehen zusammen, so startete zum Beispiel die GLS Bank mit der Finanzierung von regenerativen Energien nach dem Atomunglück in Tschernobyl. Im Jahr 1997 erfolgte die Eingliederung der Gemeinnützigen Kredit-Garantiegenossenschaft eG in die Bank. Der nächste große Expansionsschritt der GLS Bank fand mit der Übernahme der angeschlagenen sozial-ökologischen Ökobank im Jahr 2000 statt. Mit dieser Übernahme konnte die Bank ihr Angebot um die nachhaltige Baufinanzierung, Girokonten und ethisch-ökologische Investmentfonds erweitern.

Ob eine Rehaklinik in Badenweiler, ein Biomarkt in Chiemgau, eine Altenhilfe in Berlin und viele andere soziale Einrichtungen bei anderen bekannten Großbanken ebenfalls einen Kredit bekommen würden? In diesem Jahr werden alleine durch die GLS Bank mit Sicherheit mehr neue Kindertagesstätten errichtet als durch alle Großbanken zusammen.

Weitere Infos findet Ihr unter www.gls.de

Dave Tjiok ist BUNDjugend-Aktiver

Die aktuelle kriZ Ausgabe 2/2011 findest du zum Download hier.