BUNDjugend Baden-Württemberg - … und jetzt noch die Erde retten!

Höher, schnel­ler, wei­ter?

Ju­gend­ak­ti­ons­kon­gress 2009

(von Malin Hoh­bach, AG plan.z in kriZ 1/2010) Wir be­fin­den uns im Jahre 2009 nach Chris­tus. Ganz Deutsch­land ist von Um­welt­ver­schmut­zern und wachs­tums­ori­en­tier­ten Kon­zern­chefs be­setzt… ganz Deutsch­land? Nein! Ein Hau­fen un­beug­sa­mer Ju­gend­li­cher und An­ders­den­ken­der hört nicht auf, dem un­sym­pa­thi­schen Ein­dring­ling Wi­der­stand zu leis­ten. Und das Leben ist nicht leicht für un­ver­ant­wor­tungs­vol­le Re­gie­rungs­mit­glie­der, die als Be­sat­zung in er­geb­nis­lo­sen Ko­mi­tees und Pro­to­kol­len (z.B. das Kli­ma­pro­to­koll in Ko­pen­ha­gen im De­zember 2009) ver­su­chen, end­lich eine Lö­sung zu fin­den, wie man Wirt­schafts­wachs­tum und Um­welt­schutz mit­ein­an­der ver­ein­ba­ren kann…

Immer Höher? Schnel­ler? Wei­ter?

Die­ses Jahr tra­fen sich Men­schen mit an­de­ren Idea­len auf dem Ju­gend­ak­ti­ons­kon­gress.
Sie wol­len aus ihrem Han­deln etwas an­de­res als Ka­pi­tal schla­gen. Sie glau­ben nicht, dass es rich­tig ist, auf Kos­ten un­se­rer Erde und der Ent­wick­lungs­län­der, auf un­se­ren hohen Le­bens­stan­dart zu be­ste­hen.

Höher? Schnel­ler? Wei­ter?
Dies ist of­fen­sicht­lich eine Frage der Ge­rech­tig­keit!

2009 fand der JAK in Tü­bin­gen statt und stand unter der Schirm­herr­schaft von Tur­gut Altug, dem Grün­der des ers­ten Tür­kisch-Deut­schen Um­welt­zen­trums in Ber­lin-Kreuz­berg. Er war 2009 für den taz-Pan­ter­preis no­mi­niert und er­öff­ne­te den JAK09, indem er den Teil­neh­mern und Teil­neh­me­rin­nen viel über seine Ziele, jun­gen Mi­gran­ten und Mi­gran­tin­nen in Deutsch­land mit ver­schie­de­nen Pro­jek­ten  Um­welt­schutz näher zu brin­gen, be­rich­te­te. Auf die Kon­gress­er­öff­nung am Mon­tag Nach­mit­tag folg­ten drei span­nen­de Tage, die ge­füllt waren mit the­ma­ti­schen Work­shops zu Kli­ma­wan­del, Kli­ma­ge­rech­tig­keit und Zu­kunfts­fä­hig­keit, zu Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit und Nach­hal­tig­keits­de­bat­te, aber auch Krea­ti­ves und Spon­ta­nes, wie z.B. Baum­klet­tern, krea­ti­ves Bas­teln, Im­pro­vi­sa­ti­ons­thea­ter, Ca­poei­ra, u.v.m! Wäh­rend des JAK wurde  auch eine Re­so­lu­ti­on aus­ge­ar­bei­tet. In ihr be­an­stan­den die JAK-Teil­neh­mer/innen vor allem die feh­len­de Dis­zi­plin, mit der sich Po­li­ti­ker/innen für un­se­re Zu­kunft und unser Klima ein­set­zen. Au­ßer­dem fin­den sie es nicht to­le­rier­bar, dass Ent­wick­lungs­län­der an den Ver­bre­chen, die wir In­dus­tri­e­län­der an un­se­rer Natur und un­se­rem Klima be­ge­hen, lei­den müs­sen, und wir noch nicht ein­mal be­reit sind, für den von uns ver­ur­sach­ten Scha­den auf­zu­kom­men. Die Not der so ge­nann­ten drit­ten Welt (mo­men­tan vor allem aber armer In­sel­staa­ten, die von Über­schwem­mun­gen heim­ge­sucht wer­den) ver­such­ten die JAK­ler/innen durch eine ge­lun­ge­ne Ak­ti­on auch nach drau­ßen auf die Stra­ßen von Tü­bin­gen zu tra­gen. Mit Stra­ßen­thea­ter und Sam­ba­band zog am Frei­tag (30.​10.) ein bun­ter, sin­gen­der und fröh­li­cher Zug in Rich­tung Holz­markt. Die Re­so­lu­ti­on mit den Be­an­stan­dun­gen und For­de­run­gen an un­se­re Re­gie­rung wurde dort laut vor­ge­tra­gen.

Der Ju­gend­ak­ti­ons­kon­gress darf auch in Zu­kunft sei­nen Namen mit Stolz tra­gen: sin­gend, tan­zend, ler­nend und leh­rend er­öff­ne­te der JAK 2009 mit kri­ti­scher Ak­ti­on und Spaß wie­der viele(n) neue Ho­ri­zon­te!