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Garten auf dem Balkon

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Ein Häuschen im Grünen – das wäre doch was. Oder zumindest einen Garten für ein paar Tomaten. Was auf dem Land eine Selbstverständlichkeit scheint, wird in der Stadt zu einem kleinen Luxus. Doch es ist nicht nur schön, sonnige Nachmittage auf dem Balkon mit einem guten Buch zu vertrödeln, sondern euer Balkon kann noch viel mehr! Natürlich bietet es sich an, ihn mit Blumen zu verschönern – darüber freuen sich mit den entsprechenden Samen auch Bienen und andere Insekten. Doch auch für ungewöhnlichere Gewächse, genauer genommen Obst und Gemüse, ist Balkonien gut geeignet. Ein kleiner Balkon reicht aus, um sich selbst im Gärtnern zu versuchen.

Die Kübel, Kästen und Töpfe können mit eurer eigenen Mischung aus Lehm, Sand und Kompost gefüllt werden, oder mit gewöhnlicher Blumenerde. Im Supermarkt erhältliche Blumenerde enthält meist Torf, den Stoff, aus dem die Moore sind. Moore sind in Deutschland stark bedrohte Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen und sollten deshalb nicht für unsere Gärten (und Balkone!) abgebaut werden. Einen Führer zu torffreier Gartenerde gibt es beispielsweise hier.

Woraus der Topf oder Balkonkasten besteht, ist der Pflanze im Prinzip egal. Gleichzeitig geht es der Pflanze umso besser, je voluminöser ihr Topf ist. Neben Balkonkästen und gewöhnlichen Blumentöpfen gibt es weitere Möglichkeiten, den Balkonplatz intensiv zu nutzen: mit Regalen, hängenden Pflanzkonstruktionen oder Pflanztaschen für Erdbeeren oder vertikale Kräuterbeete aus Europaletten – das Online-Magazin Utopia hat dazu eine ganze Fotogalerie mit Anleitungen zusammengestellt.

Tomaten- und Brokkolisetzlinge gewöhnen sich an die frische Luft, bevor es ans Umtopfen geht.

Tomaten- und Brokkolisetzlinge gewöhnen sich an die frische Luft, bevor es ans Umtopfen geht.

Ab Mai fühlen sich die meisten Pflanzen draußen wieder wohl, also kann es losgehen. Der Klassiker für die Küchenfensterbrett- und Balkonbepflanzung sind sicherlich Kräuter aller Art. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Oregano brauchen viel Sonne. Waldmeister, Bärlauch und Minze mögen es lieber schattig und feucht. Es macht also Sinn – falls mehrere Kräuter in einem Kasten angepflanzt werden, Kräuter auszuwählen, die unter ähnlichen Bedingungen gedeihen. Wenn selber ausgesät werden soll, müssen die Kräuter zunächst in der Wohnung stehen. Doch die meisten Kräuter gibt es auch schon fertig gezogen zu kaufen. Tomaten gehören auch zu den Pflanzen, die besser drinnen vorgezogen werden sollten, bevor sie in einen tiefen Topf in einer sonnigen Balkonecke ziehen dürfen. Gemüsesorten, die direkt in Balkonkästen oder Töpfe gesät werden können, sind bspw. Radieschen oder Pflücksalat. Radieschen sind schon in wenigen Wcohen erntereif, während Pflücksalat euch den ganzen Sommer begleiten kann. Wenn ihr Kübel oder sogar Tüten in der entsprechenden Größe habt, lassen sich sogar eigene Kartoffeln auf dem Balkon anpflanzen. Pflegeleicht sind außerdem Erdbeeren und Johannisbeeren.

Bei all den Gewächsen lässt es sich doch viel schöner auf dem neu begrünten Balkon sitzen – jetzt kann man nicht nur den Lesefortschritt im Buch, sondern auch den Wachsfortschritten der Pflänzchen zuschauen!


Ein Beitrag von Christine Kühn, BUNDjugend-Aktive und Mitglied der kriZ-Redaktion.