BUNDjugend Baden-Württemberg - … und jetzt noch die Erde retten!

Bericht JAK 2011 aus Karlsruhe

Auch dieses Jahr kamen etwa 160 engagierte junge Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren zusammen, um in Karlsruhe beim Jugendaktionskongress teilzunehmen. Der Jugendaktionskongress (JAK) wird von der BUNDjugend Baden-Württemberg organisiert und findet jährlich in den Herbstferien statt.

Dieses wie letztes Jahr wurde der JAK von der DIDF-Jugend unterstützt. DIDF (türkisch, auf Deutsch: Föderation deutscher Arbeiterverbände) wurde Anfang der 90er Jahre von kurdischen und türkischen ArbeiterInnen gegründet und setzt sich für die Völkerverständigung und die internationale Solidarität ein.

Beim JAK handelt es sich um ein Zusammentreffen von jungen Menschen, die sich gemeinsam Gedanken über unsere Gesellschaft und die Auswirkungen unseres Handelns machen. Die täglichen Workshop-Angebote bieten Raum für neues Wissen und inhaltlichen Austausch. Weiter wurde durch Aktionsplanungen die am Ende stattfindende öffentliche Aktion vorbereitet.

Für sechs Tage kamen wir in den Genuss von verschiedenen Diskussionen über Politik, unsere Gesellschaft und die Umwelt und konnten auf diese Weise Fragen beantworten, die wiederum neue hervorriefen. Wir tauschten Meinungen aus und warfen nochmal einen veränderten Blick auf unsere Denkmuster – spannende Gespräche waren also garantiert!

Der JAK stellt eine Plattform wunderbarer Menschen dar, und zeigt beispielhaft das Zusammenleben in einer großen Gemeinschaft auf. Dies wurde auch durch die Maulwürfe gefordert, welche uns mit leckerem veganen Essen versorgten und immer auch auf die freiwillige Mithilfe Aller angewiesen waren.

Zu unserem Vortragsabend luden wir eine Bürgerinitiative ein, die sich auf Grund des Baus eines Fleischwerks von Edeka in Rheinstetten gegründet hatte. Trotz vieler gerechtfertigter Proteste wurde dieses Fleischwerk auf dem schutzbedüftigen Grüngürtel gebaut.

Das diesjährige Workshop-Angebot war vielfältig angelegt.

Über Theaterimprovisation, bis Kommunikations-Guerilla, Seiltanz oder Kommunismus war (fast) alles dabei, wodurch Abwechslung und neues Wissen geschaffen wurden und einzigartige Diskussionen entstehen konnten. Der Ausgleich zwischen theoretischem und praktischem war jedenfalls gekonnt gemeistert.

Der JAK 2011 trug das Motto Empörung – Utopie – Strategie – Aktion und entsprechend waren die Workshops in die vier Hauptthemen unterteilt:

Empörung – hierbei ging es um die Auseinandersetzung mit dem Problem, diese genau zu erfassen und ausdrücken zu können.

Utopie – dabei entwickelten sich Wünsche, Vorstellungen und Träume, aus denen viele verschiedene Möglichkeiten diskutiert wurden. Es hieß, Ideale zu finden, zu vertiefen und in Betracht zu ziehen.

Strategie – mögliche Lösungsansätze zu finden, zu überprüfen und mit Bedacht und Hinterfragung auszuwählen.

Aktion – und jetzt wird diese neu ausgesprochene Erkenntnis mit Hilfestellungen zur Lösung des Problems in die Öffentlichkeit getragen.

Wir entschieden uns bei der Aktion auf das Thema „Fleischkonsum“. Bei der Planung war uns wichtig, dass wir nicht nur zeigen, dass wir gegen den immensen Fleischkonsum sind, sondern dass wir Alternativen vorschlagen und Informationen für einen bewussteren Fleischkonsum unter die Leute bringen.

Hierfür wurden Flyer beidseitig bedruckt. Auf der einen Seite mit Informationen über die Auswirkungen des Fleischkonsums und auf der anderen Seite mit zwei leckeren veganen Rezepten. Zudem wurden leckere süße vegane Energiebällchen gebacken und verschenkt. Außerdem waren wir auch künstlerisch mit musikalischen Samba-Einlagen und einem einstudierten Straßentheater unterwegs, bei dem man sich spielerisch und provokant über die fehlende Moral der Menschen und deren unbedachten Lebensstil empört hat. Geendet hat die Aktion mit einem Flashmob, bei dem sich alle Aktionsbeteiligten auf Kommando zu Boden fallen und sich mit Kreide umranden ließen und auf diese Weise eine Leiche darstellten. Dies sorgte für Aufmerksamkeit und stellte einen Appell an die Moral eines jeden Fleischkonsumenten dar.

Auch dieses Jahr waren die sechs Tage auf dem JAK eine sehr amüsante und effektive Zeit, die wohl noch lange als schöne Erinnerung in vielen Köpfen der TeilnehmerInnen herumschwirren wird und noch weiter tolle Kongresse verspricht.

Hast Du Interesse den nächsten 20.! JAK mitzuorganisieren? Dann melde Dich einfach an info@bundjugend-bw.de

Wir freuen uns auf Deine Ideen ;-)!